Leistungen - Koloskopie (Darmspiegelung)

Die Koloskopie ist die endoskopische Untersuchung des gesamten Dickdarmes sowie ggf. des letzten Abschnittes des Dünndarmes. Sie ist eine risikoarme Routineuntersuchung, eine Altersbegrenzung gibt es prinzipiell nicht, vorausgesetzt, die/der zu Untersuchende Patient/in ist in der Lage, die vorbereitende Darmreinigung durchzuführen. Eine schriftliche Einverständniserklärung der/des Patientin/en ist erforderlich.

Um eine zuverlässige Beurteilung des Darmes zu ermöglichen, muss er komplett sauber sein. Dies erreicht man durch „orthograde Spülung“ mit einer speziellen Trinklösung und Zufuhr von insgesamt vier Litern Flüssigkeit. In unserer Praxis wird das Präparat Fleet® angewandt. Hierbei muss am Vortag der Untersuchung nachmittags ein Glas Wasser mit der Trinklösung innerhalb einer halben Stunde eingenommen werden, anschließend werden zwei Liter beliebiger klarer Flüssigkeit getrunken (Tee, Wasser, klare Säfte...). Dieses Vorgehen wird am Morgen des Untersuchungstages wiederholt. Die Einnahme fester Speisen jeglicher Art ist in diesem Zeitraum selbstverständlich nicht erlaubt. Zur Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens empfehlen wir jedoch die Zufuhr von Traubenzucker und kräftiger Fleischbrühe (ohne Einlage). Notwendige Medikamente sollen weiter eingenommen werden.

Am Untersuchungstag erfolgt zunächst über eine Verweilkanüle eine Blutabnahme zur Bestimmung der Blutgerinnung. Später kann über diese Kanüle das Beruhigungsmittel gegeben werden, sodass keine zweite Venenpunktion erforderlich ist.

Die Koloskopie dauert insgesamt ca. 15 bis 20 Minuten. Zur Sedierung („Beruhigungsspritze“) verabreichen wir in der Regel Midazolam (Dormicum®) und evtl. Disoprivan (Propofol®) intravenös. Diese Substanzen lassen sich individuell dosieren, sodass eine völlige Schmerzfreiheit nahezu immer gewährleistet werden kann. Auf Wunsch kann auf diese Medikation auch verzichtet werden.

Während der Untersuchung werden der Sauerstoffgehalt des Blutes sowie der Puls des Patienten kontinuierlich überwacht (Pulsoxymetrie), ggf. wird Sauerstoff über eine Nasensonde gegeben. Notfallmedikamente inkl. Beatmungsgeräte stehen für den Bedarfsfall zur Verfügung, müssen aber so gut wie nie eingesetzt werden.

Das Koloskop besteht aus einem gut einen Zentimeter dünnen Schlauch mit Glasfaseroptik als Lichtquelle, einer Spül- und Absaugvorrichtung, einem Arbeitskanal durch den Zusatzgeräte eingeführt werden können sowie einem Videosystem zur Übertragung der Bildsignale auf einen Monitor. Das Instrument ist sehr biegsam und kann an der Spitze mittels Stellrädern in allen Ebenen abgewinkelt und damit gesteuert werden.

Das Koloskop wird bis in das Zökum, ggf. bis ins terminale Ileum vorgeschoben. Während der Untersuchung werden je nach Fragestellung kleine Gewebeproben entnommen, welche anschließend an das renommierte pathologische Institut Bayreuth, Prof. Stolte, geschickt und histologisch ausgewertet werden. Sofern wir im Rahmen der Untersuchung einen oder mehrere Polypen entdecken, tragen wir diese in gleicher Sitzung mittels Diathermieschlinge ab (Polypektomie), sodass eine Wiederholung der Koloskopie vermieden werden kann. Je nach Situation können weitere Verfahren wie Unterspritzung mit Kochsalz- oder verdünnter Adrenalin-Lösung oder Blutstillung mittels Argon-Plasma-Koagulation (APC) oder Endoclips zur Anwendung kommen. Bei bestimmten Fragestellungen führen wir auch die sogenannte Chromoendoskopie durch, bei der durch Aufspritzen von Farbstoffen oder Essigsäure bestimmte Areale besser kontrastiert werden und somit besser beurteilt werden können. Diese Verfahren wie auch die Probenentnahmen sind auch bei nicht erfolgter Sedierung völlig schmerzlos. Zur genauen Beobachtung der Schleimhaut ist es erforderlich, dass der Darm durch Einblasen von Luft entfaltet wird. Diese Luft wird vor Beendigung der Untersuchung weitgehend wieder abgesaugt, dennoch können gelegentlich vorübergehende, leichte Bauchschmerzen auftreten.

Im Anschluss an die Untersuchung werden die Patienten überwacht, bis die Wirkung der verabreichten Medikamente weitestgehend abgeklungen ist. Da Midazolam die Reaktionszeit verlängert, auch wenn der Patient subjektiv wieder „fit“ ist, dürfen nach der Koloskopie für 24 Stunden kein Kraftfahrzeug gesteuert und keine Maschine bedient werden.

Welche Komplikationen können auftreten?

Das Risiko der Koloskopie ist äußerst gering. Sehr selten kann es aber doch zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Verletzung der Darmwand bis hin zur Durchstoßung (Perforation).
  • Verlängerte oder stärkere Blutung nach Entnahme von Gewebeproben oder Abtragung von Polypen.
  • Störung der Atemfunktion und/oder des Herz-/Kreislaufsystems als Reaktion auf die sedierende Medikation.

Entsprechende Gegenmittel stehen bei uns bei jeder Untersuchung zur Verfügung.

Die Röntgenuntersuchung des Darmes mit Kontrastmittel („Kolon-Kontrasteinlauf“) stellt keine gleichwertige Alternative zur Koloskopie dar, sondern kann nur in Einzelfällen, in denen eine Koloskopie nicht möglich ist, eine – allerdings deutlich schlechtere – Aussage über den Darm möglich machen. Computer­tomographie und Kernspintomographie („virtuelle Koloskopie“) stellen zur Zeit noch keine Alternative zur Koloskopie dar, da die Verfahren noch nicht ausgereift sind. Die Kapselendoskopie ist eine Untersuchung für Erkrankungen im Dünndarmbereich, im Dickdarm ist sie untauglich. Keines der genannten Verfahren gestattet es, flache Veränderungen der Dickdarmschleimhaut zu erkennen, Proben zu entnehmen oder Polypen zu entfernen.

Die routinemäßige Koloskopie bei allen Personen über 55 Jahre stellt die wirksamste Methode dar, den Tod am Darmkrebs (immerhin die zweithäufigste Krebsart in Deutschland) zu verhindern!